Das Wort klingt irgendwie intellektuell, aber auch nach tanzenden, leicht bekleideten Frauen. Auf diese Weise beschreibt es sich selbst: Dinge die kaum zusammenpassen werden mit diesem Wort zusammengefasst. Meine eigene Wortschöpfung “Burtonesque” steht für die Stil eines der wohl stilprägendsten Regisseure der Kinogeschichte: Tim Burton. Der Mastermind hinter herrlich abgefahrenen Grusel-Grotesken wie “Beetlejuice”, “Sleepy Hollow”, “Edward mit den Scherenhänden”, “Mars Attacks!”, “Corpse Bride” und “Alice im Wunderland” ist zur Zeit mal wieder in unseren Kinos zu bestaunen. “Dark Shadows” heißt sein neustes Werk, sein 15. Spielfilm und schlägt voll in die Vampir-Kerbe, die zur Zeit voller Inbrunst bedient wird. Doch Burton wäre nicht Burton, wenn sein Blutsauger-Film nicht ohne schmalzige Liebesgeschichte auskäme und den Fokus eher auf de lustige Natur des Vampir-Seins legt: Ein Untoter wird nach 200 Jahren aus einem verschossenen Sarg befreit und muss sich nun im Jahr 1972 zurechtfinden. Ganz nebenbei beginnt die Hexe die ihn einst verfluchte erneut ihr Unwesen zu treiben.
“Dark Shadows” zeigt die 5 Punkte des Burtonesque mal wieder auf: Johnny Depp in der Hauptrolle (mittlerer Weile zum achten Mal), Helena Bonham-Carter in einer Rolle (sieben Mal), Christopher Lee (fünf mal), Musik von Danny Elfman (bis auf “Sweeney Todd” in allen 15 Filmen dabei) und die Welt in der alles spielt. Der visuelle Stil ist schwer zu beschreiben und doch erkennbar: Phantasievolle Welten, jedoch nicht ganz so gestört wie jene von Terry Gilliam, die sich immer eine gewisse Realität erhalten. Seine Welten sind bunt, oder gruselig, ohne dabei in den Horror abzurutschen. Seine Filme sind verspielt, aber nicht kindisch und in den meisten Fällen auch gar nichts für Kinder selbst. Wem diese Welten und die verrückten Geschichten innerhalb dieser gefallen, der wird Tim Burtons Filme lieben. “Dark Shadows” ist ein Paradebeispiel dafür. Der Film hat sicherlich so manche Schwäche, besonders das Ende kam etwas zu abrupt und Johnny Depps konfrontation mit der modernen Welt hätte an der ein oder anderen Stelle noch etwas ausgebaut werden können. Steilvorlagen gab es genug. Immerhin gibt es einen der wohl genialsten Gags der je in Verbindung mit einem McDonals-Werbeschild gemacht wurde zu bestaunen und die Verwunderung über “das wohl hässlichste Frauenzimmer überhaupt”, in Gestalt von Alice Cooper persönlich ist auch wunderbar anzusehen. Ingesamt ist dieser Film mal wieder wunderbar Burtonesque und für Fans der oben genannten Filme durchaus einen Kinobesuch wert. Und mit Kinobesuch meine ich nicht Klick im Internet.




