the movie-goofs

von Robin Höft

Wie kommt man denn auf solch einen Namen als Filmteam? "Die Filmfehler". Eigentlich gründeten wir uns als die Filmdeppen, auch nicht besser mag man glauben, aber es sollte zeigen, dass wir aus Spaß an der Freude Filme zu drehen begannen und anfangs keinen Anspruch auf Perfektion setzten. Auch wenn der Name mittlerer Weile nicht mehr gänzlich Programm ist, so bleiben wir dabei und besinnen uns auf unsere Wurzeln. Die Idole änderten sich von Johnny Knoxville und Bam Margera zu Martin Scorsese und Al Pacino, die Musik wandelte sich von System of a Down zu James Newton-Howard und die Bildqualität von VHS zu HD.

Ich mit unserer ersten Cam

Die Findungsphase: 2003 - 2004

Am 24.Mai 2003 verfilmten Danny und ich, noch unter dem Namen "Movie-Dudes" unsere Stunts, die wir auf Gymnastikbällen vollführten. "Young and Hopeless" war geboren, zusammen mit den movie-goofs, wie wir uns wenige Wochen später bereits nannten. Gedreht wurde mit der analogen Kamera meines Vaters und geschnitten wurde am Videorecorder. Dieses grausame Crash-Record Gehacke konnte man sich nicht zumuten. Danny mit langen Haaren, ich mitten im Stimmbruch. Viele Sketche hatten Potential, aber die Umsetzung war so schlecht, dass wir den Film kaum jemanden zeigten.
Dann wurde es ruhig. Im nächsten Schuljahr wurden wir auf Anweisung unserer Klassenlehrerin in die zweite Reihe gesetzt: Hinter Henning. Wir beide konnten ihn richtig gut leiden, als wir an die Schule kamen, ich in der fünften und Danny in der siebten Klasse, aber irgendwie war er uns nicht geheuer. Doch in diesem Jahr wuchsen wir wieder als Freunde zusammen. Als Konsequenz stieg er ein Jahr später, Ende 2004 in unser Team ein, zusammen mit Michael. Letzterer hatte sich in unserer Klasse bereits einen Namen als Filmer gemacht. Mehrere Schulprojekte waren unser seiner Leitung entstanden.
Im Herbst 2003 kam Danny und mir die Idee einen Sketchfilm über geschichtliche Ereignisse alá "Die verrückte Geschichte der Welt" zu drehen: "Die Weltgeschichte". Fleißiges Ideensammeln folgte, jedoch blieb es lange auch nur bei Ideen. Drehstart war letztendlich in den Sommerferien 2004, mit dem Mittelschulabschluss in der Tasche verfilmten wir zu zweit den Kreidekreis König Salomos. Auf Grund eines Bandfehlers gingen kurze Zeit später alle Aufnahmen verloren und es wurde wieder ruhig. Der Wunsch blieb, aber der neu eingeschlagene Weg verhinderte weitere Drehs, auch wenn weiter Ideen gesammelt wurden, nun auch von Henning und Michael.


Das Digitale Zeitalter 2005 - 2006

Unser Team vor Anno 2006

Kurz vor Weihnachten 2004 kam endlich eine digitale Kamera zum Einsatz: Eine JVC GRD-23 sollte uns die nächsten dreieinhalb Jahre begleiten. Eine schöne kleine Handliche Kamera, die erst später ein großes Manko zeigen sollte. Der erste Drehtag mit der neuen Kamera war der bis dahin produktivste und das sollte er auch noch sehr lange bleiben. Es kamen massig Szenen für "Die Weltgeschichte" und auch für "Young & Hopeless" zustande. Bis März folgten noch mehrere Drehtage und dann kam endlich mein neuer PC. 2005 war für uns ein recht Produktives Jahr: Young & Hopeless 1 bis 3 wurden gedreht (Teil 2 war eine Digitalisierung vom Original) und die Weltgeschichte schritt voran. Außerdem hatten wir im Sommer ja noch unsere "Sinnlos im Norden" Radtour, aus der ein Film entstand, der bis 2008 unser reifstes Projekt darstellte. Ende 2006 war es dann so weit: "Die Weltgeschichte" war fertig. 20 Drehtage in zweieinhalb Jahren war keine Glanzleistung und das Resultat ist mittlerer Weile auch nicht mehr zu ertragen. Doch danach begann das große Projekt…



Der Abt von Selford Manor 2007- Juli 2008

Ausschnitt aus Der Abt von Selford Manor

60 Seiten Drehbuch, 27 Drehtage, 220 Gbyte Speicherverbrauch: Dieser Film stellte alle bisherigen Projekte in den Schatten. Das Drehbuch hatte ich bereits kurz nach der Insolvenz meines Ausbildungsbetriebes im Mai 2005 zu schreiben begonnen und die Darsteller suchten Henning und ich uns dann in unserer Abi-Klasse zusammen. Viele Fehler und zu viel Fäkalhumor schwächten dieses Projekt, auf dem so viel Potential lag. Weite Probleme traten auf, als Danny die movie-goofs im Februar 2008 für mehrere Monate verließ und wir seine Rolle umbesetzen mussten. Daniel Buschmann, seit Anfang 2008 als Mitglied aufgenommen trat für ihn ein und gab sein bestes. Der Film bildet den Beginn unserer Professionalität. Es war unser erster Film mit durchgehender Handlung und Drehbuch. Dass wir uns damit eigentlich übernehmen würden bedachten wir nicht, aber wir reiften unglaublich daran. Vielmehr als wir es an einem Kurzfilm gekonnt hätten. Die Premiere wurde gefeiert. "Die movie-goofs sind einen gewaltigen Schritt in Richtung "professionelles Filme drehen" gegangen..." meinte Franz, damals mehr Klassenkamerad und Konkurenzamateurfilmer, als gemeinsamer Wegbegleiter. Auf Grund der Länge bekamen wir jedoch kaum Reaktionen aus dem Internet, da nur wenige die Länge von reichlich 100 Minuten in Kauf nehmen wollten.


Das HD-Zeitalter seit Juli 2008

Daniel ist seit 2008 Mitglied der goofs

Die alte Kamera hatte ausgedient. Das Spulgeräusch des Kassettenlaufwerkes machte es seit langem unmöglich Originaltöne zu verwenden. Ich entschied mich gleich richtig reinzulangen und eine HD-Cam zu kaufen. Die Familie legte zusammen und mein Geburtstag wurde auf ein Geschenk beschränkt. Wir blieben bei JVC, wechselten aber auf eine Kamera mit Festplatte. Michaels Kamera, die er seit 6 Jahren besaß machte ebenfalls den Abgang, sodass wir seit Oktober 2008 zwei JVC-HD-Kameras besitzen.
Unser erstes HD-Projekt war die Action-Komödie "Zwei Donuts und ein Todesfall". Die Story war sehr vorhersehbar und brachte nichts neues, aber in gewissem Maße war dieser Film als Lernobjekt gedacht. Ein Kurzfilm mit Action und flotten Bewegungen. Ich glaube an diesem Film, den wir mit 7 Drehtagen in nur 3 Wochen abschlossen wuchsen wir noch mal so viel wie am Abt von Selford Manor. Die Kritiken im Amateurfilmforum blieben größtenteils positiv und zeigten dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Das Nachfolgeprojekt "Spieluhr" sollte unser erster ernsthafter Film werden, jedoch brachen wir das Projekt nach einem Drehtag vorerst ab. Die Vorfreude auf "Zwei Donuts und noch ein Todesfall" war zu groß. Und sie war berechtigt. Nach fast 6 Monaten Arbeit brachten wir am 28. Juli 2009 unseren mit Abstand reifsten Film heraus. Ein gigantischer Schritt nach vorn war gelungen, in allen Bereichen. Doch ausruhen war noch längst nicht angesagt. Beinahe fließend ging es zum nächsten Projekt über, welches wiedermal alles vorangegangene Übertreffen sollte...


Der erste ernste Film: Gefährliche Irrtümer. September 2009 - April 2010

Dieser Film ist ähnlich wie der Abt von Selford Manor ein eigenes Kapitel in der Geschichte der movie-goofs. Unser erstes ernstes Projekt brachte uns einiges an Anerkennung und verschaffte uns erstmals breitere Aufmerksamkeit, was im besonderen Maße an der Hochschule Mittweida liegt, bei der ich sehr viel Resonanz bekam. Erneut hatten wir einen gigantischen Schritt nach Vorn gemacht und uns in allen Bereichen gesteigert. Der dritte Teil der Donuts Trillogie soll unseren Aufwärtstrend weiter vorantreiben und bestätigen.



Die Crew um Gefährliche Irrtümer

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