Elysium | The movie-goofs
Jan 2014 26

Elysium, USA, 2013

Gesellschaftskritik und Raumschiffe, kein Elysium für Kinogänger

Wir schreiben das Jahr 2154. Es ist das Jahr der Invasion auf Pandora und des damit verbundenen Völkermords an den Na’vi. Zeitgleich befindet sich die Erde in einem miserablen Zustand: Die Menschen hungern, die Gewalt greift um sich und die Reichen regieren noch immer: Jetzt sogar noch dekadenter als je zuvor: Von einer gigantischen Raumstation aus, denn sie haben die Erde verlassen. Für viele kranke Menschen ist diese Raumstation die einzige Hoffnung auf Leben, gibt es dort doch Maschinen die in Sekundenschnelle jegliche Krankheiten heilen können.

Die Ausgangssituation war großartig: Neill Blomkamp wurde für sein Alien-Flüchtlingsdrama „District 9“ in aller Welt gefeiert. Ja, ein Drama sage ich, denn für mich war dieser Film in keinster Weise Unterhaltung im klassischen Sinne. Die Parallelen zu den afrikanischen Flüchtlingslagern und dem Verhalten der Menschen gegeneinander waren zu stark gezeichnet, als dass ich mich an der Alien-Action hätte erfreuen können. Aber zurück zur Ausgangssituation: Der südafrikanische Regisseur bekam ein gigantisches Budget für seinen nächsten Film und engagierte mit Matt Damon und Jodie Foster zwei großartige Schauspieler, besetzte noch weitere Rollen u.a. mit Diego Luna, dem wunderbaren William Fichtner und seinem Kumpel Sharlto Copley. Doch was am Ende rauskam ist leider nicht ganz das großartige Werk was man von jemandem erwarten würde, der bislang unabhängig von den großen Studios gearbeitet hat.

Der Film macht vor allem in der sozialen Frage einiges falsch: Die reichsten 1% haben die Erde verlassen und doch scheinen alle Menschen von ihnen abhängig zu sein. Es herrschen Gewalt, Hunger und Leid. Die Frage die sich hier stellt ist, ob die Roboter-Polizei jegliche Vernunft unterdrückt, oder ob uns der Film suggerieren will, dass wir ohne die Reichen nicht überleben können. Außerdem fragt man sich, warum der Fortschritt, der auf Elysium existiert nicht zum Wohl der Menschen genutzt werden kann. Hinter den Heilungsmachinen scheinen keine großen Kosten zu stecken, wieso also aufwändig Krankenhäuser mit vielen Bediensteten betreiben? Warum die offensichtlich naturfreundliche Technik nicht auf der Erde nutzen um diese wieder bewohnbar zu machen? Vermutlich bin ich einfach zu sehr Gutmensch, um auf diese Fragen keine Antworten zu finden. Doch wenn wir diese Fragen wegnehmen bleibt immer noch ein großes Loch in der Handlung: Einem Mann wird beinahe der komplette Kopf weggesprengt und die Maschine ist in der Lage, ihn noch mindestens eine Stunde nach seinem Tod wiederherzustellen; doch eine andere Person wird erstochen und ist unwiederbringlich Tot. Wieso? An dieser Stelle bleibt wirklich nur „weil es für die Story wichtig ist“ als Antwort und das ist schlecht.

Schaut man über diese, zugegebener Maßen schwerwiegenden, Probleme hinweg, kann man sich durchaus unterhalten fühlen, auch wenn sich hier jeder unter Wert verkauft.

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